Was im Standardfall zuerst zählt.
Nicht jedes Projekt läuft nach denselben Regeln. Für Zug zeigt diese Übersicht, welche Fälle als Standardpfad laufen – und wo genaueres Hinschauen vor der Offerte entscheidet.
Einordnung
- Eigenverbrauch ist der grösste Wirtschaftlichkeitshebel: Solarstrom, der direkt am Ort der Erzeugung genutzt wird, reduziert den teuren Netzstrombezug. Mit dem seit Juli 2025 gesenkten WWZ-Rückliefertarif und der marktbasierten Vergütung ab 2026 ist der Eigenverbrauch noch wichtiger geworden als in früheren Jahren.
- Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauchsanteil, aber nicht automatisch die Wirtschaftlichkeit: Ein Speicher verschiebt Überschussstrom vom Tag in den Abend — sinnvoll ist das dann, wenn der Mehrertrag durch höheren Eigenverbrauch die Mehrkosten in einem realistischen Zeitrahmen ausgleicht. Tarife, Verbrauchsprofil und Systemkosten müssen dafür zusammenpassen.
- ZEV-Modelle sind im Kanton Zug besonders verbreitet: Eigentümer von Mehrfamilienhäusern oder Arealen mit mehreren Gebäuden können über einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) den Solarstrom intern auf mehrere Einheiten verteilen und so den Eigenverbrauchsanteil strukturell erhöhen. Seit 2025 ist auch der virtuelle ZEV (vZEV) über Grundstücksgrenzen hinweg möglich.
- Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) seit Januar 2026: Personen im gleichen Netzgebiet und in der gleichen Gemeinde können lokal erzeugten Solarstrom über das öffentliche Netz teilen und profitieren dabei von einem gesetzlich verankerten Rabatt auf die Netzgebühr. Im Kanton Zug, wo ZEV-Modelle bereits stark verankert sind, kann die LEG ein sinnvolles Ergänzungsmodell für grössere Quartiere oder Gewerbeareale sein.
- Pronovo-Einmalvergütung als verlässlicher Startbeitrag: Die Einmalvergütung (KLEIV für Anlagen unter 100 kW) wird nach der Inbetriebnahme bei Pronovo beantragt und reduziert die Anfangsinvestition spürbar. Sie ist bundesweit einheitlich und kein ZG-Spezifikum, gehört aber in jede Wirtschaftlichkeitsbetrachtung — zusammen mit dem Steuerabzug der Investitionskosten als Liegenschaftsunterhalt.
- Dachsituation, Auslegung und Verbrauchsprofil bestimmen den tatsächlichen Ertrag: Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Verfügbarkeit von Dachfläche entscheiden mit. Entscheidend ist nicht die maximale kWp-Zahl, sondern eine Anlage, die zu den tatsächlichen Verbrauchszeiten produziert und damit den Eigenverbrauch strukturell stützt.